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Arbeitspferde in der deutschen Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts –

Sinn oder Unsinn ?

Von Bernd Scholl und Klaus Strüber (Coachingprojekt Arbeitspferde)

November 2005

 

Übersicht

 

Vorwort

Traditionelle Landwirtschaft bis 1960

  • Bedeutung der Pferdezucht
  • Mechanisierung der Landwirtschaft
  • Strukturwandel: vom Dorf zum Welthandel

 

Landwirtschaft im Umbruch

  • Ökologische und ökonomische Herausforderungen unserer Zeit
  • Wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Zugpferde
  • Aktuelle Einsatzbereiche von Zugpferden
  • Moderne landwirtschaftliche Geräte für Pferdezug
  • Werbestrategien von Betrieben mit Zugpferdeeinsatz

 

Szenarien für zukünftige Formen der Landbewirtschaftung

  • Industrielle Landwirtschaft
  • Soziale staatlich organisierte Landwirtschaft
  • Gemeinschaftlich betriebene heilende Landwirtschaft

Zusammenfassung

 

Anhang

  • Literatur
  • Websites zum Thema
  • Autoren

 

  

 

Vorwort

Was kann uns dazu bewegen über das Pferd als Zugtier in der Landwirtschaft nachzudenken?

Verknüpft mit romantischen Bildern, so kennen wir heute Arbeitspferde, heile Welt, aber unrealistisch und schon gar nicht zukunftsfähig.

Bewegen können uns dagegen Fakten:

-Der Energie-input in die Landwirtschaft ist in den letzten hundert Jahren drastisch gestiegen

-Nachwachsende Rohstoffe konkurrieren mit Nahrungsmittelproduktion

-EU- und national subventionierte Landwirtschaft wird für den Bürger unbezahlbar

-Flächendeckende Bodendenverdichtung fördert Überschwemmungen

-Treibstoffkosten explodieren, denn:

 

Man kann nicht fördern, was man nicht findet!

Wie hoch sind die Chancen, ein weiteres 90-Milliarden-Barrel-Ölfeld zu finden? Oder zwei Felder mit jeweils 45 Milliarden Barrel? Praktisch null. Da können Sie sich tot suchen. Und ehrlich gesagt: Viele Firmen haben genau das schon getan!

(In den fünfziger Jahren zum Beispiel verdiente George Bush Senior Millionen mit seiner Ölfirma in Texas. In den frühen 80er Jahren musste George Junior dieses Geschäft aufgeben ... nachdem fast jeder neue Bohrversuch knochentrocken geendet hatte ...)

Das Ölgeschäft hat sich komplett geändert. Und warum? Weil seit über 20 Jahren kein einziges großes neues Ölfeld mehr gefunden wurde!

Weltweit sind die Rohöl-Erschließungen alle fünf Jahre seit 1980 gefallen. Einige der größten Felder sind jetzt zwischen 30 und 100 Jahren alt. Und die trocknen langsam aus!

Gab es 16 große Ölfeld-Entdeckungen in 2000, acht in 2001, drei in 2002, waren es NULL im letzten Jahr! Weltweit lag die Spitze der Entdeckungen in den fünfziger Jahren. In den neunziger Jahren betrug sie nur noch ein Sechstel ... neun Milliarden Barrel pro Jahr!

(Zitat: M.Vaupel, Rohstoffexperte)

Traditionelle Landwirtschaft bis 1960

Bedeutung der Pferdezucht

Das Pferd wurde nach bisherigen Forschungsergebnissen um 4000 v. Chr. in verschiedenen Regionen des eurasischen Raumes domestiziert.. Bis 2000 v. Chr. sind in ganz Europa Funde von Hauspferden belegt, die damaligen Nutzungsformen waren Reiten und Fahren, beides vor allem zu kriegerischen Zwecken, im 16. Jh. v. Chr. wurde beispielsweise in Nordsyrien ein von 80 Pferden gezogener Streitwagen eingesetzt. (BENECKE 1994)

Landwirtschaftliches Zugtier Nr.1 war seit Jahrtausenden das Rind und blieb es in manchen Gegenden Deutschlands bis 1960. Das Pferd lief ihm den Rang erst ab, als der Faktor Zeit und Arbeitskraft an Bedeutung gewannen.

Möglich wurde der Wechsel vom Rind zum Pferd als Zugtier durchr das Erscheinen verschiedenster Pferderassen, deren Ursprung sich bis heute nicht eindeutig nachweisen läßt.

An den verschiedenen Pferderassen können wir die unterschiedlichsten Nutzungsansprüche ablesen und haben dadurch die Möglichkeit für jede Anwendung eine genetische Basis zu finden, mit der weiter gezüchtet werden kann. Was sind nun die Bedingungen für eine moderne Pferdezucht?

Wir wünschen heute ein Arbeitspferd mittleren Gewichts, langlebig und wenig anfällig für Stressfaktoren der Industriegesellschaft. Daß sich diese Vorstellungen bereits in den Pferden verwirklichen, läßt sich anhand der "morphogenetischen Feldtheorie von R.Sheldrake" beweisen.

Gleichzeitig entdecken immer mehr Pferdebesitzer das "Wesen" Pferd und versuchen seinen Bedürfnissen gerecht zu werden, geschieht das auf breiter Basis, mit einem wachen Bewußtsein, ist es möglich auch komplexe Arbeitssituationen zu bewältigen in Zusammenarbeit mit dem Pferd. Moderne Pferdetrainer und Verhaltensforscher werden zudem immer vorsichtiger in der Beurteilung, zu welchen "Gehirnleistungen" Tiere überhaupt fähig sind und vielleicht waren unsere bisherigen Methoden zu begrenzt und menschlich angelegt um entsprechende Ergebnisse zu erzielen.

Die Fähigkeit des Wesens Pferd scheinen mehr durch uns begrenzt zu sein, denn durch das Tier, überwinden wir unsere Begrenzung, kann sich in der Zusammenarbeit zwischen der Menschenwelt und der Tierwelt ein gewaltiger Raum in die Zukunft öffnen, zu beiderseitigem Vorteil..

Mechanisierung der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft, die wir vor Augen haben , ist gerademal 150 Jahre alt, davor gab es nur Geräte für Handarbeit oder einfache Ackergeräte für Tieranspannung.

Mehrere tausend Jahre gab es Weiterentwicklung in kleinsten Schritten, aber doch ausreichend um Völker zu ernähren und die Lebenskraft der Erde zu erhalten. Die meisten Geräte waren aus Holz und im Dorf angefertigt oder vom Bauern selbst, ein römischer Schriftsteller sagte:" wer einen Pflug nicht selber bauen kann, ist es gar nicht wert Bauer genannt zu werden, er soll den Beruf wechseln."

Jeder Kontinent, jede Gegend entwickelte ganz individuelle Geräte und Verfahren für die Landarbeit, noch um die Jahrhundertwende haben Landmaschinenfabriken 20 – 30 verschiedene Pflugausführungen angeboten um die Wünsche ihrer Kunden zu befriedigen, heute gibt es noch drei Ausführungen für ganz Europa.

Im folgenden werden Geräte vorgestellt, welche noch für tierische Anspannung konstruiert wurden und bis ca 1960 erhältlich waren.

Beschrieben und charakterisiert werden nur die wichtigsten Geräte.

 

Pflug

Der moderne Pflug mit einem Grindel(Gestell) aus Holz oder Eisen wendet den Boden durch ein schraubenförmiges Streichblech von 135° - 180 °. Durch die Wendung werden organische Reste oder Bewuchs eingearbeitet. Ackerboden, der sich dicht gelagert hat durch Befahren oder durch Niederschläge bildet in der Pflugfurche Risse und zerfällt zu kleineren Aggregaten nach dem Eggen, den Bodenkrümeln und bietet der Saat oder gepflanzten Kulturen einen gut durchwurzelbaren Raum. 

Möglich und nötig wurde die stärkere Wendung des Bodens erst seit dem 18. Jahrhundert, als es gelang Streichbleche aus Eisen in dieser Art zu formen, davor wurden sogenannte Hakenpflüge eingesetzt, die den Boden aufrissen und lockerten, aber nur unvollkommen wendeten.

Hakenpflüge waren mit einer Spitze aus Feuerstein, Bronze, Eisen oder Holz ausgerüstet, die den Boden aufriss. Der Pflugbaum meist aus Holz, oft aus einer Astgabel heraus gebildet, die wie ein Haken im Boden lief, später wurde ein Seitenbrett angebracht, das die Erde aus der Furche räumte. In Deutschland war der Hakenpflug bis ins neunzehnte Jahrhundert vor allem in Mecklenburg gebräuchlich und als "Mecklenburger Haken" bekannt. 

Gepflügt wurde

  • im Frühjahr vor der Aussaat des Sommergetreides oder
  • im Herbst vor derAussaat des Wintergetreidesoder
  • im Herbst als Winterfurche , damit der Boden über den Winter mürbe und krümelig wird durch die Einwirkung des Frostes. 

Ab dem 19. Jahrhundert montierte man Vorwerkzeuge an den Pflug, Messersech(schneidet den Boden), Vorschäler,(legt Bewuchs in die Furche), Düngereinleger (Arbeitet den Mist besser ein) , dadurch verbessertesich die Pflugarbeit und die nachfolgenden Geräte arbeiteten störungsfreier.

Mit dem Pflug war eines der wichtigsten Geräte der Landwirtschaft geschaffen, ,. durch ihn konnte nach Rodung Land urbar gemacht werden und in Ackerland umgewandelt werden und der Boden für Saat und Pflanzung vorbereitet werden.

Eine Sonderform des Pfluges ist der Häufelpflug, der die Erde zu beiden Seiten wirft und dadurch Erderhebungen schafft, die sogenannten Häufel. In Zentraleuropa, bis in die nördlichsten Ackerbauregionen hinauf, hat sich der Häufelpflug vor allem in der Kartoffelkultur durchgesetzt , in Spanien sogar als das gebräuchlichste Gerät im Getreidebau..

 

Grubber, Krümmer, Kultivator

Eingesetzt wird der Grubber zB. bei verschlämmten Äckern nach einem nassen Winter, um den Boden wieder zu lockern , oder als Stoppelbearbeitung, damit Ausfallgetreide und Unkrautsamen keimen können, oder für eine Sommerbrache, wodurch Wurzelunkräuter effektiv reduziert werden .

Eine weitere Aufgabe kann die Einarbeitung von organischen Düngern sein und das Vermischen mit dem garen Ackerboden.

 

Eggen

Die Egge ist eines der ältesten Ackergeräte, früher aus Holz hergestellt, später aus Eisen. Noch im 20. Jh. gab es in Lettland Bauern, die Eggen selbst herstellten, eine Tanne fällten, das richtige Stück herausschnitten und die Äste so einkürzten, dass sie wie Zinken arbeiteten, so oder ähnlich mögen viele Eggen ausgesehen haben. Die moderneren Eggen wurden dann in Feldern hergestellt, von 0,8m – 1,2m Breite und zwei bis fünf Felder zusammen an einem Eggenzugbalken montiert, je nach Anzahl der Zugtiere. Die versetzt hintereinander stehenden Zinken, die den Boden ohne Lücke bearbeiten, waren eine weitere Neuerung.

Die Egge dient zum Einebnen der Pflugfurche sowie zum Einarbeiten von Saaten, sie reißt junge Unkrautpflanzen aus und "belüftet" Wiesen oder Weiden Durch die Vielseitigkeit ist sie eines der wichtigsten Geräte im Feldbau.

Neben den starren, meist rechteckigen Eggenfeldern gibt es Sonderformen wie Rundegge, Netzegge u.a., die alle erst mit der modernen Stahlverarbeitung in größerer Stückzahl produziert werden konnten.

Drillmaschinen

Wenn durch die Egge ein Saatbett bereitet war, konnte die Aussaat vorgenommen werden. Lange Zeit geschah dies in Handarbeit, bis Ende des 18. Jh. erste Sägeräte versuchsweise eingesetzt wurden und ab 1840 die in England erfundene Drillmaschine (von "drill" = drehen, bezogen auf die Säwelle) auch in Deutschland Verbreitung fand. Die Drillmaschine verfügt über einen "Bodenantrieb", dh. eines der großen Räder treibt über ein Zahnradgetriebe die Säwelle in einstellbarer Umdrehungsgeschwindigkeit an ,so dass je nach Einstellung mehr oder weniger Körner im Boden abgelegt werden.

Sämereien konnten dadurch in exaktem Abstand und in gleichmäßiger Tiefe ausgebracht werden;

Dadurch sank der Saatgutverbrauch um ein Drittel und der Feldaufgang war gleichmäßiger und schneller. Ein Anwalzen war nicht immer nötig und die Pflege mit der Netzegge konnte früher erfolgen um Unkräuter zum richtigen Zeitpunkt zu reduzieren.

Vielfachgerät

Neben Getreide nahm im 17. Jahrhundert die Bedeutung der Kartoffel im europäischen Raum zu. Für sie wurde gepflügt, geeggt, dann mit dem Häufelpflug Furchen gezogen, darin Kartoffeln gesetzt und diese wiederum zugedeckt. Wenn die Pflanzen aufliefen ( die ersten Blätter erscheinen), wurden sie mit einreihigen Geräten gehackt, den Pferdehacken.

Das Vielfachgerät vereinte Ende des 19. Jahrhunderts Häufelpflug, Hacke und Locheinrichtung (Anzeichnen der Legestelle auf dem Acker) in einem Gerät, dadurch ermöglichte es höhere Leistung/Tag durch mehrreihiges Arbeiten beispielsweise mit mehreren Häufelkörpern, oder Hackeinrichtung. Vor allem große Betriebe und Güter im Osten setzten diese Technik bald ein, um Arbeitskräfte einzusparen.

Neben Kartoffeln konnten damit auch die immer häufiger angebauten Zuckerrüben, Futterrüben und Steckrüben bearbeitet werden. Durch die maschinelle Getreideaussaat mittels Drillmaschine war es auch möglich Getreidebestände zu hacken, es existierten oft eigene Hackgeräte mit Arbeitsbreiten, bis zu drei Metern für größere Betriebe, in den kleineren Betrieben wurde mit dem Vielfachgerät auch Getreide gehackt. Als Regel gilt : Gleiche Arbeitsbreite von Drillmaschine und Hackgerät, da beide Geräte "Radspur in Radspur" gefahren werden und gerade in hängigem Gelände eine hundertprozentige Steuerung nicht möglich ist.

 

Ackerschleife oder Schleppe

Schleifen ebnen den Boden ein, ähnlich der Egge, haben aber keine Zinken. Seit Ackerbau betrieben wird, gibt es Schleifen aus Strauchwerk(Weißdorn zB.) oder Holzplanken, später aus Stahl. Gleichzeitig mit dem Einebnen, werden die Kapillaren unterbrochen, dh. Wasserverlust durch Verdunstung wird reduziert und die Ackeroberfläche in krümeliger Struktur belassen. Entscheidend ist der richtige Einsatzzeitpunkt, verkrustete Pflugfurchen lassen sich auf diese Weise weiterhin bearbeitbar halten und ermöglichen effektive Eggenarbeit Ein weiterer Vorteil des krümelnd eingeebneten Bodens ist das zügige "Auflaufen" von Unkräutern, welche mit dem nächsten Eggenstrich beseitigt werden können. Die Verwendung der Schleife ist regional sehr unterschiedlich und heute fast in Vergessenheit geraten, obwohl sie äußerst wirksam ist, nur in Skandinavien wird sie heute noch als Traktorgerät genutzt.

 

Walzen

Walzen wurden zum Anwalzen der Saat, auf ausgewinterten bzw. hochgefrorenen Getreidebeständen im Frühjahr und zur Wiesenpflege, vor allem auf Moorböden eingesetzt. Die ersten Walzen wurden aus Baumstämmen gefertigt, später gab es Glattwalzen aus Eisen, bis zu einem Durchmesser von 1,5m zur Wiesenpflege, oder zum Einebnen von Wegen. Die größeren Walzen konnten nach Bedarf mit Wasser gefüllt und damit schwerer gemacht werden.

Im Ackerbau haben sich Glattwalzen nicht bewährt, es wurden je nach Bodenart verschiedene Walzentypen entwickelt mit einer profilierten Oberfläche um der Erosion vorzubeugen.

Grünlandtechnik

Im Juni war das Gras reif und die Heuernte begann. Für die Arbeiten Mähen, Wenden, Schwaden und Aufsammeln standen im Laufe der geschichtlichen Entwicklung immer mehr Geräte zur Auswahl, die wichtigste Neuerung war dabei der Bodenantrieb, bei dem Pferde ein Gerät zogen und mittels Getriebe die Räder eine Mechanik in Bewegung setzten. Auch das Reutern (Gerüsttrocknung) von Heu konnte mit Hilfe der Zugtiere vereinfacht werden..

Mähen

Das älteste Gerät zum Schneiden von Gras ist die Sichel, aus der die Sense hervorgegangen ist. In bergigen Gegenden wird bis heute damit gearbeitet . Sie war auch das Vorbild für die ersten Versuche zur Mechanisierung des Mähens.. 1848 wurde in Amerika der erste Grasmäher vorgestellt, der statt sensenartigen Werkzeugen über einen Mähbalken verfügte, der nach dem Scherenschnittprinzip arbeitete. Wenige Jahre später fand er seinen Weg in die Landwirtschaft, um dort sehr populär zu werden, denn er sparte viel Arbeitskraft. Im amerikanischen Bürgerkrieg (1862 – 1865) verlor statistisch gesehen jede Familie ein männliches Familienmitglied, einer der Gründe warum sich die Mechanisierung der Landwirtschaft vorallem in Amerika so rasch vollzog.

Die Räder des Grasmähers treiben über ein Getriebe die Kurbelwelle an, mit der das Messer im Messerbalken hin und her bewegt wird. .Das Messer bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 2,40 m/sec und ist dadurch in der Lage,auch weiche junge Gräser sauber abzuschneiden. Die Arbeitsbreiten des Grasmähers lagen bei 1,05m für ein Pferd und 1,25m-1,5m für 2 Pferde. Maschinen mit größerer Arbeitsbreite, bis 1,8m , wurden speziell für den Schnitt von Luzerne oder anderen Kleearten eingesetzt und sind eher in den USA verbreitet. Bei uns haben sich Arbeitsbreiten über 1,5 m nicht durchsetzen können.

 

Wenden zur Heuwerbung

Frisch gemähtes Gras muss aufgelockert und gewendet werden, sonst fängt es schnell an sich mit unerwünschten Mikroorganismen zu besiedeln und dadurch zu verderben.. Das Handarbeitswerkzeug dafür war die Heugabel mit Holz- oder Eisenzinken, eine sehr zeitaufwändige, aber schonende Methode. Diese stand Pate bei der Mechanisierung des Wendens, das Ergebnis war der Gabelheuwender, bei dem mehrere Heugabeln (6 – 8) mittels Kurbelwellentrieb das Heu nach oben warfen und damit wendeten. Der Antrieb erfolgt über die beiden großen Fahrräder, für den Antrieb bei Kurvenfahrt gibt es aus Kostengründen kein Differential, sondern Sperrklinken im linken und rechten Rad. Daher rührt das typische klakkernde Geräusch von vielen Pferdegeräten. Wie beim Mähen war die Einsparung an Arbeitskraft erheblich, denn mit einem sechszinkigen Gabelheuwender konnten eine Person mit einem Pferd die Arbeit von 5 Menschen übernehmen!

Schwaden

Wenn das Heu trocken war, wurde es in Reihe gezogen, den sog. Schwaden. Dazu wurde der Heurechen genommen, mit starren, hölzernen, abgerundeten Zinken. Auch hier wurde in der Mechanisierung zuerst die Handarbeit imitiert, und der Pferderechen entwickelt, ein Gerät, mit dem Heu mit einer Breite von 2 bis 3 Metern zusammengeharkt wurde, er arbeitete quer zum Schwad. Danach wurden Geräte entwickelt, die längs zum Schwad arbeiteten und damit den Vorgang erheblich beschleunigten .Eine dieser Entwicklungen war die "Heuma" oder "Spinne" , dieser Namen rührt von ihren großen Rädern, deren Zinken an Spinnenbeine erinnerten. Diese Zinkenräder rollen federnd über dem Boden ab und sammeln alles Heu auf, um es nach der Seite zu transportieren, fuhr man auf der anderen Seite zurück, war ein Schwad fertig. Eine andere Entwicklung war der Schwadenrechen , wo eine Haspel mit gefederten Zinken schräg zur Fahrrichtung stand und Heu zur Seite transportierte, auch hier war auf der Rückfahrt der Schwad fertig.

 

Aufsammeln

Das geschwadete Heu wurde auf den Wagen geladen und kam dann in die Scheune in den Heustock oder wurde mit einer speziellen Technik im Freien aufgetürmt , das Aufladen geschah vielerorts von Hand mit Heugabeln. Im 20 Jh. wurde die Pick-Up in Amerika entwickelt: Eine Trommel mit gefederten Zinken läuft knapp über der Grasnarbe und dreht sich gegen die Fahrtrichtung, wobei das Heu von den Zinken ergriffen und auf die Trommeloberseite transportiert wird. Von hier greifen kurbelwellengetriebene Zinkenleisten das Heu noch höher hinauf und schieben es auf den angehängten Wagen. Dieses Verfahren wurde in den USA entwickelt und hielt sich fast 100 Jahre lang, wurde danach von der Heupresse verdrängt. In Europa wurden die bodenangetriebenen Heulader nur kurze Zeit produziert (andere Situation mit Arbeitskräften)und von den Ladewagen oder Heupressen verdrängt.

 

Reutern

Unter Reutern versteht man das Aufhängen von frisch gemähtem Gras auf einen Holzständer (Reuter). Man unterscheidet Dreibeinreuter, von denen viele nebeneinander aufs Feld gestellt werden und Schwedenreuter, eine Art Wäscheleine, bei der das Gras auf Drahtseile gehängt wird.

Dreibeinreuter konnten auf einen Pferdeschlitten gestellt werden, der über eine Mechanik verfügte, den Reuter anzuheben, zum Hof zu fahren und Abzuladen.

Der Vorteil des Reuterns liegt in der Unabhängigkeit vom Wetter denn das Gras wird gleich nach dem Mähen aufgehängt und trocknet dann auf dem Reutergestell, Regenwasser läuft wie bei einem Reetdach ab und damit ist Reutern besonders geeignet für niederschlagsreiche Gebiete.

Getreideernte

Ab Mitte Juli wurde das Winter- und ab Mitte August, das Sommergetreide reif und die Ernte stand an, auch hier wurde die Handarbeit mit Hilfe von Pferdekraft schrittweise verringert: Am Anfang verwendete man die Sichel, dann die Sense, mit der das Getreide umgemäht und auf ein Schwad gelegt wurde, von wo aus es dann von Hand zu Garben gebunden wurde.

 

 

Getreideernte mit dem Grasmäher

Der schon beschriebene Grasmäher bekommt einen zweiten Sitz, das Mähwerk ganz außen einen Halmteiler (teilt stehendes von zu mähendem Getreide).Damit können 2 Pferde und 2 Personen Getreide mähen, das dahinter von Helferinnen und Helfern zu Garben gebunden wird. Eine neue Bahn kann erst gemäht werden, wenn die alte gebunden und freigeräumt wird, denn dort laufen die Pferde in der nächsten Runde.

 

Flügelmäher (Mähmaschine mit Selbstablage)

Hiermit wurde dann ab ca. 1880 die Ablage des Getreides und das Freiräumen der Fahrspur mechanisiert. Hinter dem Mähwerk ist ein Viertelkreis großer Tisch angebracht, über den große Flügel mit Zinken das gemähte Stroh soweit hinter die Maschine bringen, dass die Bahn frei wird und sofort weitergemäht werden kann. Damit können 2 Pferde und 1 Person mähen und ablegen. Das Binden geschieht weiterhin von Hand, allerdings war der Flügelmäher eine Maschine, die meistens zusätzlich zum Grasmäher angeschafft werden musste, einige Hersteller boten kombinierte Maschinen an.

 

Bindemähmaschine / Mähbinder

Im 19. Jh. wurde in Amerika der Knoter erfunden, eine mechanische Vorrichtung, mit der eine Kordel maschinell geknotet werden konnte. Damit war der Weg frei für ein Gerät, das neben Mähen und Ablegen nun auch Garben bündeln und knoten konnte: die Bindemähmaschine, bei der 1 Person und 2 bis 3 Pferde fertige Garben herstellen konnten, die meist an der linken Seite des Gerätes heraus fielen.

Die weitere Arbeit beschränkte sich auf das Freiräumen der Fahrbahn von Garben in den Ecken und aufstellen der Garben . Der Mähbinder wird heute noch in einigen Teilen Europas zur Getreideernte eingesetzt.

Mähdrescher

In Amerika wurde bereits 1850 mit Mähdreschern aus Holz experimentiert, von Technik begeisterten Farmern zusammengebaut, ab ca. 1900 gab es funktionstüchtige Mähdrescher , die mähten und gleich das Getreide ausdroschen, eine Arbeit, die bei den bisher beschriebenen Verfahren im Anschluß durchgeführt werden mußte. Die ersten Mähdrescher wurden von bis zu 40 Mulis oder Pferden gezogen, jedoch nach dem ersten Weltkrieg von Benzinmotoren angetriebenen Mähdreschern abgelöst. Pferdegezogene Mähdrescher gab es in Europa nur wenige, die aureichende Menge an Arbeitskräften machte die großflächige Einführung auch nicht nötig.:

 

 

Transportfahrzeuge und Spezialgeräte

 

 

Ackerwagen (zum Ausbringen von Jauche und Mist)

Ein pferdegezogener Wagen ist ein vielfältig eingesetztes Gerät, zum Transport auf der Straße, zum Einbringen der Ernte oder zum Mist- und Jauche ausbringen. Die älteren Wagen waren aus Holz gefertigt vom Stellmacher und mit Eisenbeschlägen versehen vom Schmied .. Im Laufe von Jahrhunderten wurde der Wagen immer weiter verbessert, neue Lenksysteme, schnell wirksame Bremsen und Gummireifen wurden eingeführt.

Beim Mist ausbringen wurde der Dünger am Hof mit Mistgabeln aufgeladen und auf dem Feld wieder abgeladen und verteilt.

Beim Jauche ausbringen wurde ein eisernes Jauchefass auf einen Wagen montiert, in das dann mittels Hand- oder Elektropumpe Jauche eingefüllt , zum Feld transportiert und dort ausgebracht wurde, wobei die Jauche über ein Blech floss, das als Verteiler diente.

 

Miststreuer

Im 19. Jh. wurde in Amerika der Miststreuer entwickelt, bei dem durch Bodenantrieb über große Stahräder ein Kratzboden als Abladehilfe bewegt wird.Zwei Ketten laufen über dem Wagenboden von vorne nach hinten und unter dem Wagenboden zurück, zwischen diesen Ketten sind Leisten angebracht. Der Kratzboden transportierte den Mist zum Wagenende, wo ein Streuwerk angebracht ist, das den Mist verteilte, damit war die Handarbeit des Abladens und Verteilens mechanisiert. Diese Geräte kamen ab 1930 auch auf den europäischen Markt. Die Fa. IHC produzierte bodengetriebene Miststreuer in Frankreich und in Schweden. In Deutschland sind nur wenige verkauft worden, da der Anhänger, aufgrund seiner speziellen Bauweise, nur für den Misttransport eingesetzt werden kann..

 

 Erntegeräte

Bevor der Winter kam, standen noch die letzte Ernten an, die der Kartoffel und der Rüben. Auch hier ersetzten leistungsfähige Geräte mehr und mehr die Handarbeit mit Harke oder Schaufeln.

Rodepflüge und Rodemesser

Es gibt mehrere Verfahren, Pflüge so zu gestalten, dass sie Kartoffeln schonend aus dem Boden holen und möglichst gut von Erde befreien. Diese Pflüge ersetzten das Ausgraben von Hand.  

Für Steckrüben gibt es Messer am Vielfachgerät, mit denen unterschnitten wird und zwei Reihen zu einem Schwad zusammengezogen werden.

Für Futter- und Zuckerrüben wurden sogenannte Köpfschlitten entwickelt, mit denen der Blattschopf abgetrennt wird, mit einem zweiten Gerät, dem Rübenheber, werden die Rüben angehoben und zur Seite abgelegt. Das Kraut wurde oft extra geerntet zur Silagebereitung und die Rüben danach erst von Hand geladen und vom Feld abgefahren in den Keller oder zur Rübenmiete.

 

Schleuderroder

Seit 1860 gab es Versuche, die Kartoffelernte zu mechanisieren. Das Ergebnis war der ab 1900 populär werdende Schleuderroder, bei dem bodengetrieben ein federzinkenbestücktes Rad quer zur Fahrtrichtung steht und die Kartoffeln aus dem Damm kämmt. Die gerodete Reihe wurde von Hand abgesammelt, bevor eine neue gerodet werden konnte.Verschiedene Verbesserungen wurden am Schleuderroder eingeführt, zB.Fangkörbe zur Reihenablage von Kartoffeln oder die Weiterentwicklung als Siebsternroder. Gehalten hat sich das Prinzip jedoch bis in unsere Tage als weitgehend störungsfreie Kartoffelerntemaschine für den Kleinbetrieb.

 

 

Strukturwandel: Vom Dorf zum Welthandel

Wie aus der Gerätebeschreibung ersichtlich , finden die größten Veränderungen durch Mechanisierung in der Landwirtschaft ab dem 19. Jahrhundert statt, zuvor besteht Landwirtschaft aus viel Handarbeit.

Der Weg der Nahrungsmittel vom Acker zum Verbraucher war kurz, Transport von Ware über weite Strecken lohnte nur bei wertvollen Produkten, wie Tuch, oder Gewürze.

Im 18. Jh. begann die Wissenschaft sich mit der Landwirtschaft auseinanderzusetzen, was mit der Zeit einen Wandel im Naturverständnis auch bei den Bauern hervorrief, dadurch wurde die intuitiv handelnde Landwirtschaft mehr und mehr ersetzt durch eine wissenschaftlich geprägte Landwirtschaft , mit der Folge des Verlustes an ganzheitlichem Wirtschaftsverständnis.. Das war auch die Blütezeit des Zugpferdes in der europäischen Landwirtschaft, denn immer mehr Möglichkeiten entstanden mit Hilfe der neuen Geräte, die menschliche Handarbeit abzulösen.

Die Betriebsstrukturen waren an die Leistungsfähigkeit der Pferde angepasst, an regionales Klima, politische Verhältnisse und Bodenarten: die Schlag- und Betriebsgrößen, die Tierzahl, die angebauten Früchte. Zwei Beispiele der vielfältigen Betriebsstrukturen Mitteleuropas werden hier näher dargestellt:

Im nördlichen Niedersachsen, wo junge Moorböden ab dem 17. Jahrhundert bewirtschaftet wurden, war die Struktur der Betriebe bis ca. 1950 folgendermaßen:

Schwerpunkt war die Milchwirtschaft, daran gekoppelt Futterbau. Ein Betriebsleiterehepaar, dem der Siedlerbetrieb gehörte, plus Knecht und Magd bewirtschafteten ca. 17 ha Land, mit 8 Kühen und 2 Pferden. Um mit den geringen Leistungen der damaligen Geräte solche Flächengrößen bewirtschaften zu können, waren Strategien nötig, die heute vergessen sind: In der Heuzeit ab Juni wurde – unabhängig vom Wetter - jeden Morgen ein neues Stück Wiese gemäht und gewendet. So zog sich die Prozedur über Wochen, gab es fertiges Heu, wurde lose eingefahren. Nach 6 Wochen war alles Heu fertig. Heute wird der gesamte Bestand mit leistungsfähigen Traktorgeräten an einem Tag gemäht, was nur mit großem Verbrauch von fossilen Brennstoffen durchführbar ist.

Neben diesen Familienbetrieben gab es u.a. in Schleswig-Holstein und im Osten Deutschlands große Güter, die natürlich mit Arbeitspferden bewirtschaftet wurden. Solche Strukturen ,hier zB. die eines Gutes im Kreis Königsberg: 750 ha Acker, und 40 Landarbeiterfamilien, davon 4 Familien in je einem Haus, jede Familie hatte ca. 600 m² Land zum Gärtnern und 1 Kuh, die ihr Futter vom Betrieb bekam, waren nicht selten. An Pferden standen dafür 12 Gespanne mit je 3 Pferden zur Verfügung, dazu eine eigene Schmiede und Stellmacherei. (v. WEDEMEYER, 1997)

Kennzeichnend für beide Betriebsformen ist der relativ geringe Input an Energie, gemessen an den erzeugten Energieeinheiten in den landwirtsch. Produkten. Von außerhalb des "Dorfes" wurden Zuchttiere sowie industriell hergestellte Geräte bezogen und später Elektrizität in bescheidenem Umfang.

Nach 1960 hat sich die Situation drastisch verändert, sämtliche Antriebsenergie stammt mittlerweile aus nicht nachhaltigen fossilen Quellen, Elektrizität nimmt einen immer größeren Stellenwert ein und Dünge- und Pflanzenschutzmittel belasten das Energie-Input-Konto zusätzlich in erheblichem Umfang.

Die technische Revolution förderte die Spezialisierung der landwirtschaftlichen Betriebe und ist gleichzeitig ihre Grundbedingung.

Seit einigen Jahren nimmt daher der weltweite Austausch an landwirtschaftlichen Rohstoffen (Holz , Futtermitteln, Masttiere) drastisch zu und belastet durch den damit verbundenen Transport die CO-2 Bilanz, bzw. die Erdatmosphäre.

Fazit: Jeder europäische landwirtschaftliche Betrieb ist mit dem Welthandel verknüpft, ob er will oder nicht, solange fossile Energie das weltweite Transportsystem aufrecht erhält.

 

Landwirtschaft im Umbruch

Rentabilität im landwirtschaftlichen Betrieb ist wegen der steigenden Kosten an Energie, Saatgut, Versicherungen usw. immer schwerer zu erreichen, weshalb alleine in Deutschland jährlich tausende von Höfen (in den 1990er Jahren alleine in Deutschland pro Jahr ca. 5000 Betriebe) schließen. Daraus resultieren dann die bekannten Folgen: Arbeitslosigkeit, bis in die zuliefernden Gewerke (Schmiede, Futterhändler, Saatgutverkäufer, u.a.); Kapitalabwanderung aus dem ländlichen Raum; ökologisch unsinnige Flurbereinigungen, die vielfältig strukturierte Landschaften zu Argrarwüsten verändern, damit große Landmaschinen rentabel arbeiten können.

Der Maschinenpark , der nötig ist,um den wenigen , verbliebenen Betrieben ein rentables Arbeiten zu ermöglichen hat oft den Gegenwert mehrerer 100.000 € . Bedingt durch zu geringe Kapitalrenditen in der Landwirtschaft, sind viele Betriebe hoch verschuldet , haben zu wenig Eigenkapital und daher können notwendige Ersatzinvestitionen.nicht oder nur unter großen Schwierigkeiten geleistet werden.

 

Ökologische Herausforderungen unserer Zeit

Als der Schlepper ab 1930 immer populärer wurde, waren die Gründe dafür ökonomische: Anstelle der Pferde wurden Kühe gehaltent, wodurch der Milchertrag insgesamt stieg, Lohn konnte durch Mechanisierung eingespart werden, Diesel war damals noch billig. Dieser Trend hielt an bis in die 1970er Jahre, und manche Zugpferderassen nahezu ausgestorben waren. Mit dem Zunehmenden Interesse am ökologischen Landbau, Ende der 1970er Jahre, stieg auch das Interesse an der Arbeit mit Zugpferden wieder, diesmal unter ökologischen Aspekten, denn die Forschung begann die Mechanisierung durch den Schlepper kritischer zu betrachten. Die Kernpunkte der Kritik sind bis heute folgende:

    • Durch schwerer werdende Schlepper wurde das Problem der Bodenverdichtung akut. Stellvertretend für die Entwicklung in Deutschland, eine Untersuchung aus der Schweiz: Im Kanton Bern beispielsweise sank der Anteil der Grobporen im Wurzelraum um 25% . Die Grobporen sind von großer Bedeutung für die Pflanzenwurzeln und den Gasaustausch .(BODENSCHUTZFACHSTELLE).
    • Wasseraufnahmefähigkeit der landwirtschaftlichen Böden: Seit Jahren warnen Bodenkundler und Fachleute für Gewässerschutz vor den Hochwasserfolgen durch verdichtete Landwirtschaftliche Flächen, mit zu geringer Wasseraufnahmefähigkeit.
    • Verdichtete Böden neigen zu humusabbauenden Prozessen. Diese führen zu Nährstoffauswaschungen ins Grundwasser und gefährden die Trinkwasservorräte.
    • Spätestens in der ersten Ölkrise in den 1970er Jahren fiel auf, dass die Landwirtschaft – die ihren Zugkraftbedarf seit alters her autark durch Arbeitstiere gewonnen hatte - in Abhängigkeit von der Ölindustrie geraten war.
    • Die Abgase der Schlepper verschmutzen die Umwelt, dazu gerechnet werden müssen alle Emissionen, die im Zusammenhang mit der modernen Art der Landbewirtschaftung stehen, zB. Transporte von Düngemitteln, von Tieren, Molkereiprodukten , die europaweit hin- und hergefahren werden aus Subventionsgründen usw.

 

 

Nachdem die Forschung in den 1960er Jahren aufgehört hatte, sich für Arbeitspferde zu interessieren, gibt es ab den 1980er Jahren wieder wissenschaftliche Arbeiten, die sich vor allem mit obenstehenden Themen beschäftigen.

  

Wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Zugpferde

Arbeiten zum Thema Bodendruck:

"Messung und Beurteilung des Bodendruckes beim Einsatz von Zugtieren", von Mathias Wyss, Bern, Schweiz, 1999.

 

"Bodenphysikalische Untersuchungen zum Einsatz von Arbeitspferden", Zusammenfassung aus: "Lebendige Erde" 4/88=S.245 – 249, von Dipl.-Ing. Thomas Weber, Altbach, Deutschland, 1988

Arbeiten zu Energiebilanzen und Schadstoffausstoß

"Energieaspekte des Pferdeeinsatzes", Zusammenfassung einer Diplomarbeit, erschienen in "Das Zugpferd" 2/3 94 =S. 22 – 25, von Michael Zimmermann, geschrieben an der Uni Hohenheim, Deutschland.

"Pferde oder Pferdestärken", Zusammenfassung einer Studienarbeit des "Land Institute" aus dem Jahr 1982, erschienen in "Das Zugpferd" 6 92/93 = S.10 – 17, von Wes Jackson und Marty Bender, Salinas, Kansas, USA.

"Zugpferdetechnologie in Mitteleuropa" Diplomarbeit von Robin Schnell, Landwirtschaftliche Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn, 2003

 

Arbeiten zu Pferdegeräten und deren Auswirkungen

"Auswirkungen unterschiedlicher Mähgeräte auf Amphibienbestände in Nordost-Polen", Zusammenfassung aus: "DAS ZUGPFERD" 3/96=S. 14 -18, von A. Claßen, A. Hirler, Dr. R. Oppermann

 

"Entwicklung und Bau eines Geräteträgers an der Gesamthochschule Kassel", Zusammenfassung aus: "DAS ZUGPFERD"2/90=S.14 – 17, von Wilhelm Klindworth

Arbeiten zur Wirtschaftlichkeit von Pferden

"Pferd gegen Traktor – ein wirtschaftlicher Vergleich", aus "STARKE PFERDE" 03/2005 = S.25 – 27, von Chet Kendell

  

Arbeiten zu Bodendrücken:

"Messung und Beurteilung des Bodendruckes beim Einsatz von Zugtieren", von Mathias Wyss, Bern, Schweiz, 1999.

M. Wyss von der schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft inBern, untersuchte den Bodendruck von Zugtieren. Er setzte dazu Sonden in den Boden, ließ Pferde darüber laufen, maß den Druck in verschiedenen Bodentiefen und verglich die Ergebnisse von Pferdehuf mit dem Druck unter dem Schlepperrad. Außerdem berechnete er Kontaktflächen, d.h. wie viel Fläche vom Pferde und vom Schlepper bei der Ackerarbeit betreten wird. Dabei stellte sich heraus, dass das Pferd durch seine Hufe nur ein Sechstel des Flächenanteils betritt, den ein Schlepper mit Reifen befährt. Die Kontaktflächendrücke der Pferdehufe sind höher als die des Schleppers, aber schlichtweg zu klein, um bleibenden Schaden zu verursachen.Durch die begrenzte Zugkraft der Pferde ist auch das Gewicht der Pferdegeräte geringer, daher wird der empfindliche Unterboden vom Pferd mehr geschont als vom Schlepper.

 

"Arbeitspferde im biologisch-dynamischen Gemüsebau", Zusammenfassung aus: "Lebendige Erde" 4/2005 = S. 38 – 39, von Klaus Strüber Oldendorf/Niedersachsen, Deutschland

Wie sich das in der Praxis auswirkt, untersuchte Landwirt Klaus Strüber in einem zwei Jahre dauernden vergleichenden Versuch, in dem mit Hilfe von Pferd und Schlepper auf jeweils einer Feldhälfte die gleiche Kultur angebaut wurde. Im zweiten Jahr lag der Ertrag von Roter Bete auf der Pferdeseite um 15% höher als auf der vom Schlepper bearbeiteten Ackerseite. Außerdem hatte sich der pH-Wert des Bodens bei der Pferdevariante signifikant günstig verändert.

In diesem Projekt wurde auch erstmalig untersucht, ob Pflanzen auf die Bearbeitung mit Pferden bzw. dem Schlepper reagieren, ausgehend von dem Ansatz, daß es sich bei Pflanzen , Tieren, sowie dem Erdboden um zusammenwirkende Lebenssysteme handelt, in denen durch den Menschen künstliche Eingriffe vorgenommen werden.

Dazu wurden Proben der roten Beete an 4 verschiedene Lebensmitteluntersuchungsstellen geschickt: 3 von ihnen fanden darin signifikante Unterschiede.

Dieser Versuch wird fortgesetzt auf Hof Hollergraben und über einen Zeitraum von 10 Jahren in drei Varianten erneut durchgeführt.

"Bodenphysikalische Untersuchungen zum Einsatz von Arbeitspferden", Zusammenfassung aus: "Lebendige Erde" 4/88=S.245 – 249, von Dipl.-Ing. Thomas Weber, Altbach, Deutschland, 1988

Dipl.-Ing. (FH) T. Weber untersuchte 1988 die Einwirkung von Pferd und Schlepper auf landw. Flächen. Weber nahm von 3 Versuchsbetrieben (von je drei Flächen plus Nullvariante) Bodenproben in einer Tiefe von 0 - 8 cm. Untersucht wurde die Lagerungsdichte, das Gesamtporenvolumen und die Wasserleitfähigkeit des Bodens Unter allen Bedingungen stellte sich heraus, dass der Einsatz der Arbeitspferde weniger schädigend wirkt, wie der des Schleppers, in einem Fall lag die Wasserleitfähigkeit der Schleppervariante bei 9%, die der Pferdevariante bei 55%.

Die Lagerungsdichte war bei den Schleppervarianten höher, die Auswirkungen davon:

  • unzureichender Gasaustausch, Boden zu bodennahen Luftschichten
  • Rückgang der biologischen Aktivität im Oberboden
  • verminderte Stabilität der Bodenstruktur - Erosionsgefährdung
  • Sackungsprozesse – erneute Dichtlagerung nach einer Bearbeitung

T. Weber unterstrich die Wichtigkeit des Porensystems für das Bodenleben und wies in seiner Arbeit nach, dass Pferde ein Trittmosaik hinterlaßen mit ausreichend Raum zwischen den Hufabdrücken, von wo aus der Boden wieder regenerieren kann, während der schlepperbefahrene Boden mit seiner flächigen Verdichtungsspur nur von den Spurrändern aus wiederbelebt werden konnte. Der Schlepper zerstört mehr Grobporen, den Lebensraum der Bodenlebewesen, was folgende Auswirkungen hat:

  • Bodenlebewesen benötigen das Grobporensystem als Lebensraum. Darunter fallen viele stärker differenzierten Lebewesen, deshalb können zB.Schadbakterien in dicht gelagerten Böden leichter überhand nehmen. Grobporen tragen auch zur Bodendrainage bei und regulieren die Feuchtigkeit im Boden.
  • Das Porensystem des Bodens ist nicht statisch, sondern befindet sich in einem stetigen Auf-Ab- und Umbau. Regenwürmern werden durch den Pflug nur wenig direkt geschädigt, gravierender ist der Futterentzug durch Vergraben der organischen Masse in größerer Tiefe. Wird dieser komplexe Prozess gestört, kann der Boden nicht mehr in ausreichendem Maß auf die Klimaeinflüsse reagieren.. Die Folge davon ist Ertragsdepression und ständige Leistungsminderung des Standortes.

 

  • Durch Befahren wird beides, Bodenlebewesen und Grobporensystem, weitgehend zerstört. Der Boden hat , vorausgesetzt es werden keine besonderen Maßnahmen ergriffen, bei häufigem Befahren keine Möglichkeit sich zu regenerieren.
  • Der Umfang der Schädigung hängt von der grundsätzlichen Bodenbewirtschaftungsform ab und kann durch geeignete Maßnahmen, wie konservierende Bodenbearbeitung, Mulchsysteme, Zwischenfruchtanbau , anwendung der biologisch dynamischen Präparate usw. beeinflusst werden.

Diese Arbeit ist in einer Baumschule und einem Weinbaubetrieb, erstellt worden, die mit Pferden arbeiten..

 

Arbeiten zu Energiebilanzen und Schadstoffausstoß

"Energieaspekte des Pferdeeinsatzes", Zusammenfassung einer Diplomarbeit, erschienen in "Das Zugpferd" 2/3 94 =S. 22 – 25, von Michael Zimmermann, geschrieben an der Uni Hohenheim, Deutschland.

1992 schrieb M. Zimmermann an der Uni Hohenheim seine Diplomarbeit über regenerative Energien und nachwachsende Rohstoffe.

Er kam zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2071 Rohöl und Erdgas verbraucht sein werden und es jetzt Zeit wird, nach Alternativen zu suchen. In der Landwirtschaft errechnete er folgende Entwicklung: 1950 betrug der Pferdebestand der damaligen BRD 1,566 Mio. Tiere, pro 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche 7,9 Pferde und 29 Arbeitskräfte; 1987 betrug der Schlepperbesatz ca. 300 PS je 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche und weniger als 7,7 Arbeitskräfte bei einem Aufwand von rund 19.000 Litern Treibstoff, für dessen Erzeugung zusätzliche 16% davon an Energie nötig sind. Daraus ergibt sich ein Energiebedarf von 220,5 Liter Diesel je Hektar (ha) und Jahr.

Durch die Bewirtschaftung mit Schleppern, fehlt im Betrieb der Pferdemist , dessen Energiegehalt kann über die Nährstoffe umgerechnet werden in Diesel, was mit weiteren 150 Liter/Jahr in die Energiebilanz eingeht. Insgesamt könnte ein Pferd 2410 Liter Dieselöl ersetzen. Unter dem Strich kommt Zimmermann dann zu dem Ergebnis, das durch ein Pferd bis zu 3350 Liter Öl/ha zwar nicht erzeugt, aber eingespart werden könnten, während durch nachwachsende Rohstoffe maximal 1500 Liter/ ha erzeugt werden können.

Demnach bräuchte ein 100 ha großer Betrieb 10 ha Futterfläche bei Pferdebewirtschaftung und 29 ha Ackerfläche für Ölpflanzen um Biodiesel zu produzieren bei der Bewirtschaftung mit Schleppern , wobei auf die Pferdevariante mehr Lohnkosten für Gespannführer entfallen.

.Fazit: Entweder werden in Zukunft Landbausysteme mit niedrigem fossilem Energieinput subventioniert oder der Dieselpreis steigt drastisch an, in beiden Fällen werden dadurch Arbeitsplätze im Zugpferdebereich bezahlbar und die Pferdealternative auch ökonomisch interessant.

  

"Pferde oder Pferdestärken", Zusammenfassung einer Studienarbeit des "Land Institute" aus dem Jahr 1982, erschienen in "Das Zugpferd" 6 92/93 = S.10 – 17, von Wes Jackson und Marty Bender, Salinas, Kansas, USA.

Obwohl Thema dieses Artikels der bundesdeutsche Raum ist, wird diese Arbeit aus den USA hier erwähnt, da sie eine detaillierte Berechnung zu Pferdekraft und Erzeugung von Alkohol als Treibstoff für Schlepper aus Mais beinhaltet, die in Deutschland auf diese Art nicht angestellt wurde.Bereits 1982 wurde in den USA,die Rohölver knappung diskutiert und welche Möglichkeiten die Landwirtschaft hat den höheren Ölpreis auszugleichen.

Die Arbeit basiert auf der Annahme, Futter für Pferde oder Mais für Schlepper auf 2 fiktiven, gleich großen Farmen anzubauen und die Energiebilanzen zu vergleichen.

Alle Maße und Gewichte in amerikanischen Einheiten: 1 bushel = 35,24 Liter, 1 acre = 4047 Quadratmeter, 1 btu = ca. 0,252 kgcal, 1 pound = 0,453 kg.

Die Farmen haben eine Größe von 150 acres mit dieser Flächenverteilung:

    • 60 acres Mais
    • 30 acres Hafer
    • 30 acres Sojabohnen
    • 30 acres Luzerneheu
    • 6 acres Dauergrünland
    • 4 acres Gebäude und Straßen

Berechnet wird sowohl die Energie die zur Aufzucht der Pferde benötigt wird, als auch die Herstellungsenergie für Traktoren. Der Energieaufwand für die Verwertung eines verendeten Pferdes wird nicht berücksichtigt, ebensowenig wie die Verwertung, bzw, das Recycling des Traktors.

Flächenleistung Pferd: Die Zahlen in der Literatur schwanken zwischen 9 und 19 acres, also durchschnittlich 14 acres als Grundlage weiterer Berechnungen. Gegenüber Schlepper sind die Pferde bezüglich der Feldarbeitstage im Vorteil, da sie auf feuchteren Böden mit weniger Schaden arbeiten können als der Schlepper. Wie groß dieser Vorteilist, wurde bislang nicht untersucht.

Eine Farmerfamilie mit gelegentlicher Hilfe der drei Kinder und des Partners ist in der Lage mit dem Schlepper 320 bis 640 Acres bewirtschaften, mit Pferden 80 bis 90 Acres.

Um dieselbe Fläche bewirtschaften zu können, werden demnach mehr Menschen benötigt.

Ein Modell erfasst den Aspekt der Siedlungsstruktur, dh. Menschen nicht in Ballungsräumen zu konzentrieren, sondern wieder verteilt über die Landschaft auf Farmen oder in kleineren Siedlungsgebilden anzusiedeln. Was ist die Folge des Flächenverlustes durch diese Siedlungen?

Wenn eine 640 acres - Farm in 8 Siedlerstellen a 80 acres aufgeteilt wird, bedeutet das 28 acres Verlust. Befürworter einer solchen Dezentralisierung führen an, das in kleineren Landwirtschaftlichen Einheiten besser gewirtschaftet wird und der Bodenverlust durch Erosion abnimmt, außerdem würden die 8 Familien produktionsintensive Gärten anlegen und sich von Ihnen ernähren und damit weniger Land verbrauchen als Menschen in den Städten.

Gibt es einen Ertragsunterschied zwischen Pferdefarmern und Schlepperfarmern

Amish –Farmen (die Amischen sind eine religiöse Gemeinschaft an der mittleren Ostküste der U.S.A., die ausschließlich Pferde zum Ackerbau einsetzen) ,erwirtschafteten laut einer Studie 70 – 130 bushel/acre Mais(nicht organic), konventionelle Nachbarn 150 – 170 bushel/acre, das sind Durchschnittswerte, ohne Angaben zu Düngerart oder Menge.. Die Amischen düngen traditionell mit Mist und Leguminosen als Vorfrucht., die Konventionellen Farmer mit Kunstdünger auf Mineralölbasis und ebenfalls Mist bei Tierhaltung.

Anhand vorliegender Zahlen wird einem mittelschweren Zugpferd eine Leistung von 15 Acres unterstellt (Für einen Betrieb mit 15 acres reicht rechnerisch ein Pferd, um alle anfallenden Arbeiten zu erledigen), mit einer Lebensarbeitszeit von 15 Jahren. Eine Farm von 150 acres benötigt demnach zehn Arbeitspferde. Ein Traktor kann ebenfalls 15 Jahre eingesetzt werden. Das durchschnittliche Zugpferd wiegt 700 kg, ein 50 PS-Schlepper 4500 kg.

Zuerst ein Blick auf den Energiebedarf für die Ernte. In der Ernte werden alle Arbeitsgänge mit den Pferden erledigt, ausschließlich zum Dreschen wird ein Hilfsmotor benötigt , der ungefähr 75% der zur Ernte benötigten Antriebsenergie verbraucht, 25% der Energiemenge werden von den Pferden zur Verfügung gestellt.

Es entfallen also 75 % der Energiemenge auf Nachernteprozesse.

Traktor: Energiebedarf

Zum Anbau der oben genannten Kulturen verbraucht der Schlepper laut offiziellen Tabellen 1350 Gallonen Kraftstoff oder 165 btu. Zugrunde gelegt wird jetzt eine Energieumwandlung aus Mais mittels Solar-Destillierapparat zu Äthanol, wodurch keine Prozessenergie verbraucht wird. 48% der Mais-Energie wird zu Äthanol, 25% gehen in die Schlempe und 27% als Wärme verloren. Bei durchschnittlicher Maisenergie und Maisertrag werden 8,77 acres erforderlich, um den Traktor zu "füttern".

Um die Traktorabnutzung und die damit anfallende Energie zu berechnen, wird folgendes unterstellt: Ein Traktor wird 15 Jahre eingesetzt, für Reparaturen und zur Einsatzsicherheit ist ein gelegentlich genutzter zweiter Traktor vorgesehen, dessen Laufzeit auf (theoretische) 60 Jahre angesetzt wird. Ein Traktor von 4500 kg Gewicht verbraucht bei 15-jähriger Nutzung (inklusive Reparaturen) 2,7 mal 107 btu/Jahr. Wenn diese Energie wieder aus Mais gewonnen würde,mit einem Wirkungsgrad von 48 %, wäre das 5,6 mal 107 btu/Jahr (also 3,0 acres). Der Reservetraktor verbraucht nach gleichem Muster 0,7 mal 107 btu/Jahr (also 0,75 acres).

Umgerechnet mit dem Wirkungsgrad beträgt demnach die allein zum Unterhalt und Betrieb des Traktors benötigte Fläche 12,93 acres Mais.

Pferd: Energiebedarf

Pro Pferd werden 700 Stunden Arbeit im Jahr veranschlagt, die Fütterung ist leistungsabhängig . Über den Energiewert des Futters lässt sich errechnen, dass pro Tier 1,87 acre Fläche benötigt werden, damit kann ein Pferd ein Jahr gefüttert werden. Zur Ernte wird – wie oben beschrieben- ein Hilfsmotor eingesetzt, ebenfalls mit Äthanolantrieb. Der Motor benötigt 2,86 acres Flächenäquivalent.

Alle 1,5 Jahre wird ein Pferd ersetzt (fünfzehn Jahre Arbeitsdauer geteilt durch 10 Pferde). Der Energieaufwand zur "Erzeugung"eines Pferdes wird über den Futterbedarf der trächtigen Stute vom Decktermin bis zur Geburt des Fohlens sowie über den Futterbedarf von der Geburt bis zum zweiten Jahr gerechnet Der zusätzliche Futterbedarf der laktierenden Stute ist unbedeutend. Insgesamt werden pro Jahr 3,53 acres Flächenäquivalent für die Aufzucht benötigt.

Um also 150 acres mit 10 Pferden zu bewirtschaften, werden 22,23 acres Flächenäquivalent benötigt. Durch den Energiewerte des Pferdemistes können 35% abgezogen werden, also bleibt eine Nettofläche von 14,45 acres, für den Motor 2,86 acres, macht insgesamt 17,31 acres, ungefähr 11,5% der Fläche.

Zugtierbedarf umgerechnet in Maisenergie

Pferde brauchen Heu und Hafer, deshalb wird umgerechnet : Nach Abzug von Mist und Schlempe braucht die Pferdefarm 8,92 Acres zur Bewirtschaftung gegenüber 9,69 Acres für den Schlepperbetrieb.

Neben dieser reinen theoretischen Rechnung gibt es noch andere Aspekte der Praxis: Jeder Betrieb hat "schwer verwertbare" Flächen, die als Pferdeweide besser genutzt werden können, als mit dem Schlepper, zB. Unland, nicht mähfähige Berghänge.

Enge Fruchtfolgen und Monokulturen brauchen mehr Dünger und Pestizide und verursachen mehr Erosion als weite Fruchtfolgen, die für die Erzeugung von Pferdefutter nötig sind.

 

 

"Zugpferdetechnologie in Mitteleuropa" Diplomarbeit von Robin Schnell, Landwirtschaftliche Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn, 2003

R. Schnell hat in Bonn eine Diplomarbeit mit dem Titel "Zugpferdetechnologie in Mitteleuropa" vorgelegt, darin beschreibt er den aktuellen Entwicklungsstand der Technik und einen Vergleich von Schlepper- und Zugpferdekraft hinsichtlich Arbeitszeit und Energieverbrauch. Ausgangspunkt ist ein fiktiver ökologischer Betrieb im Rheinland, der teilweise auf Zugpferdekraft umgestellt wird. Der Einsatz der Pferde wird einer ökobilanziellen Analyse unterzogen.

Der Betrieb umfasst 80 ha Acker und 20 ha Grünland, mittlere Lehmböden, 50 Mutterkühe und wird von 1,6 Ak geführt. Für die achtjährige Fruchtfolge mit Getreide, Kartoffeln, Leguminosen und Kleegras benötigt der Betrieb zwei Schlepper mit 110 und 70 PS und alle notwendigen Maschinen.

Bei der Umstellung auf Pferdezugkraft weicht ein Wintergetreideschlag inder Fruchtfolge für Hafer als Kraftfutter für Pferde. An Geräten wird ein Mähwerk mit Hilfsmotor (9 PS, 1,80m Ab), ein Kreiselschwader (Ab 3 m), zwei moderne Hackmaschinen für Kartoffeln und ein bodengetriebener Vorderwagen mit Zapfwelle angeschafft. Damit ist die gesamte Grünlandarbeit mit Pferden durchführbar und der Kartoffelanbau teilweise. Es werden 5 rheinisch-deutsche Kaltblüter gehalten (je 800 kg), die pro Pferd 1000 Stunden/Jahr arbeiten. Pro Tier werden 0,7 ha Futterfläche und Jahr veranschlagt..

Damit werden jährlich 1550 l Diesel gespart, ca. 20% des Gesamtverbrauches, bei reinem Schlepperbetrieb 7192 l und mit Schlepper/Pferd 5645 l, bei 1932 mehr benötigten Stunden im Pferdeeinsatz, also 2,5 Ak statt 1,6 Ak

Würde das gesamte Rheinland so umgestellt werden, entstehen 4644 direkte neue Arbeitsplätze , dazu vor- und nachgelagerte Arbeitsplätze in Aufzucht/Ausbildung, Schmiede, Sattler usw. An Diesel würde acht Mill. Liter jährlich eingespart , bei einem spürbaren Rückgang an CO2 -Emissionen und Lärm.

 

 

Ökobilanzielle Analyse

Definition

Umweltbewertungsinstrument aus den USA für Industrieprodukte, in jüngerer Zeit auch auf Dienstleistungen und Landwirtschaft angewendet. In Deutschland ist das Umweltbundesamt an der Weiterentwicklung beteiligt, Ziel: Ein möglichst umfassender Vergleich verschiedener Verfahren, zur Offenlegung von Schwachstellen, Verbesserung der Umwelteigenschaften der Verfahren und Produkte.

Für die Ökobilanz in der LW werden 14 Kategorien eingesetzt, die R. Schnell dann mit dem Einsatz von Pferden verglichen hat:

Bodenfunktionen

Pferde schonen den Boden mehr, siehe Arbeit von Mathias Wyss

Ressourcenverbrauch

Wird ein Landw.Betrieb mit Hilfsmotoren und Pferden betrieben, werden 85% des Primärenergieverbrauchs eingespart.

Vergleich mit Rapsöl: Ein 100 ha Betrieb, der ausschließlich mit Pferden bewirtschaftet wird und 12 Zugtieren mit einem Futterflächenbedarf von je 0,72 ha/Jah, benötigt, gegenüber einem 100 ha Betrieb, der mit Schlepper und Rapsöl fährt.

Durch Raps lassen sich ca. 1500 l/ha Rapsöl erzeugen, 50% der Energie werden zur Produktion benötigt(Bodenbearbeitung,Pflege,Ernte)

Mit Pferden braucht man für hundert ha neun ha Futterfläche, mit Rapsöl betriebenen Schleppern 25 ha.

Hier fehlt noch der Energiebedarf zur Erzeugung von Maschinen, sowohl von Pferd als vom Schlepper, bzw.Energieverbrauch für die Aufzucht von Pferden.

Landschaftsbild

Pferdebewirtschaftete Äcker sind stärker gegliedert Hecken und Feldgehölze dienen auch der Tierernährung, es entsteht eine ästhetische Landschaft.

Arten- und Biotopvielfalt

Mit Pferden werden Balkenmäher für Heu eingesetzt statt Kreiselmäher. Dabei überleben deutlich mehr Frösche das Mähen.

Diversität von Kulturpflanzen und Nutztieren

Hafer mit entsprechender Begleitflora und eine weitere Tiergattung bereichern den landw.Betrieb.

Treibhauseffekt

Traktoren produzieren giftige Stickoxide, Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid. Pferde helfen, fossile Energie einzusparen und reduzieren damit den CO2 – Ausstoß.

Eine ökobilanzielle Analyse fällt zu Gunsten des Pferdes aus.

 

 

Arbeiten zu Pferdegeräten und deren Auswirkungen

"Auswirkungen unterschiedlicher Mähgeräte auf Amphibienbestände in Nordost-Polen", Zusammenfassung aus: "DAS ZUGPFERD" 3/96=S. 14 -18, von A. Claßen, A. Hirler, Dr. R. Oppermann

In einer Studie des NABU-Verbandes Baden-Württemberg wurden Auswirkungen verschiedener Mähwerksarten auf die Wiesenfauna dargestellt, Anlass dazu war der Weißstorchrückgang in Südwestdeutschland, es bestand der Verdacht, das seine Nahrungsgrundlage, die Amphibien des Feuchtgrünlandes, stark dezimiert waren, wofür der schleppergezogene Kreiselmäher verantwortlich gemacht wurde. Da in Deutschland zu einer näheren Untersuchung die Amphibienbestände zu gering waren, wurde ein Versuch in Polen angelegt.

Auf drei Versuchsflächen wurden Parzellen a 0,2 Hektar mit Schlepperkreiselmäher, Schlepperbalkenmäher und Sense bearbeitet, außerdem noch einVersuch, mit Gespannmäher (siehe Gerätevorstellung "Mähen"). Nach dem jeweiligen Mähen wurden die Parzellen in Teilflächen von 10 mal 10 Meter abgesteckt, und auf Amphibien abgesucht.. Insgesamt wurden 1463 Amphibien gezählt, Frösche und Kröten, zwischen 56 und 229 Individuen pro Teilfläche, das entspricht einer Teilfläche von 300 bis 1200 Amphibien pro Hektar. Gemäht wurde bei 7 cm Schnitthöhe und 5 bis 7 km/h.. Dabei traten Amphibienverluste durch tote und verletzte Tiere von 5 bis 34 % auf, wobei beim Kreiselmäher eindeutig die höchsten Verluste auftraten, im Vergleich zum Balkenmäher mit 20 %.

Frösche müssen mehrere Jahre alt werden, um geschlechtsreif zu werden und sich fortpflanzen zu können. Beim Kreiselmäher bricht die Population durch Mähverluste in wenigen Jahren gänzlich zusammen, beim Balkenmäher sind dagegen die Chancen groß, die Verluste durch Nachwuchs auszugleichen.

Fazit:Insgesamt sollte in Wiesengebieten mit Amphibienproblemen keine Kreiselmäher eingesetzt werden, empfehlenswert sind Balkenmäher für Pferde- oder Schlepperzug. Das zukünftige Schicksal von Amphibien und Störchen hängt davon ab.

 

"Entwicklung und Bau eines Geräteträgers an der Gesamthochschule Kassel", Zusammenfassung aus: "DAS ZUGPFERD"2/90=S.14 – 17, von Wilhelm Klindworth

Tierische Anspannung ist weltweit am meisten in den Tropen und Subtropen anzutreffen, für dortige Betriebsgrößen und Kapitalverhältnisse könnte ein Geräteträger, mit der Möglichkeit viele verschiedene Ackerarbeiten durchzuführen, eine Erleichterung und Verbesserung bedeuten. Die Vorteile liegen in der besseren Ausnutzung der vorhandenen Zugkraft durch Arbeitsbreitenoptimierung, dazu die leichtere Bedienbarkeit eines angebauten Gerätes gegenüber Einzelgeräten, die zum Acker transportiert werden müssen.

Das Gerät sollte vielseitig einsetzbar und mit einheimischen Kräften regional zu produzieren sein. Die einzigen zugekauften Komponenten sind Räder und Radlager, sonst nur gängige Stahlprofile und Schrauben. Das Gerät ist höhenverstellbar und die angebaute Geräteschiene vertikal und horizontal verschiebbar. Die Herstellungszeit belief sich auf 12,5 Stunden inklusive Zuschneiden, Schleifen, Schweißen, Lackierung und Endmontage, bei Serienfertigung wären 9 Stunden nötig. Die Kosten an Material, Arbeit (Stunde 15,00 DM) und Energie betrugen 545,00 DM, das Gewicht 145,00 kg.

Trotz vieler positiver Versuche im Zeitraum von 1955 bis 1986 in 12 Ländern Afrikas und Südamerikas mit verschiedenen Geräteträgern konnten sie sich bei den dortigen Bauern nicht durchsetzen.In Befragungen gaben die Bauern als Grund den hohen Anschaffungspreis ( im Verhältnis zum Verdienst ) sowie technische Unausgereiftheit an. Vielen Menschen nahm der rationellere Geräteträger die Arbeit weg, die sie so schätzten, die ihr Lebensinhalt war, was schwerwiegenden Auswirkungen auf das soziale Gefüge im Dorf hatte. Es ist wichtig, bei künftigen Entwicklungshilfeprojekten die Bauern mehr mit einzubeziehen, damit die Technik sich den bestehenden Strukturen anpassen kann.

 

Arbeiten zur Wirtschaftlichkeit von Pferden

"Pferd gegen Traktor – ein wirtschaftlicher Vergleich", aus "STARKE PFERDE" 03/2005 = S.25 – 27, von Chet Kendell

Auch diese Arbeit ist den USA entstanden und ist für den europäischen Raum von Bedeutung.

Unterstellt wird ein Gemischtbetrieb mit 25 acres landwirtschaftlicher Nutzfläche, ökologisch bewirtschaftet, mit zwei Zugpferden, dazu 1,4 Traktor PS/acre.

Der Einsatz der Pferde führt zu einem 20% höheren Arbeitsaufwand durch Pflege, Haltung, Arbeitserledigung. Der Schlepper ist neu, 35 PS, ohne Frontlader und kostet $15.000. Die Pferde sind belgische Stuten, mit Geschirr und Vorderwagen mit Zapfwellenantrieb, zusammen $ 8.000, die beiden Stuten fohlen 4-mal in fünf Jahren., Wenn die beiden Stuten 15 Jahre alt sind, werden sie für $ 1000 verkauft und durch die Nachkommen ersetzt. Der Traktor wird alle zehn Jahre (5000 Stunden) ersetzt, Restwert $ 5000. Pferdemist ersetzt pro Jahr $ 365 chemischen Dünger.

Kendell stellt dann Formeln auf mit 19 Faktoren (Personalkosten, Brennstoffverbrauch usw.), um am Ende über einen Zeitraum von 40 Jahren Pferd und Schlepper finanziell gegenüberzustellen, mit dem Ergebnis, das Schlepper Nettokosten von $ 70.000 verursachen und Pferde ein Nettoeinkommen von $ 21.100. Der Grund für das günstigere Ergebnis liegt im Selbsterhalt der Pferde durch Nachzucht.

Ein entscheidender Faktor ist die Betriebsgröße, wenn sie verändert wird, kann dieArbeit immer noch mit 1 Person und 1 Schlepper bewältigt werden, bei der Pferdevariante ist ab einem bestimmten Punkt eine zweite (zu bezahlende) Person notwendig, so das mit Hilfe von Kendell´s Formel ab 174 acre die Schlepperarbeit wirtschaftlicher ist.

In den vorgestellten 9 Arbeiten wurde unter verschiedenen Ansätzen der Zugpferdeeinsatz in der modernen Landwirtschaft untersucht.

Zusammenfassend lässt sich folgendes Aussagen:

  • In jeder vergleichenden Arbeit über Bodenbelastungen schnitt das Arbeitspferd gegenüber dem Schlepper besser ab
  • In jedem hypothetischem Ansatz mit Energiebilanzen schnitt das Arbeitspferd gegenüber dem Schlepper besser ab
  • Pferdegezogene Mähmaschinen lassen wesentlich mehr Amphibien überleben und werden von Naturschützern empfohlen, vor allem in Naturschutzgebieten.
  • Einfache Pferdegeräte sind sehr preiswert und können regional hergestellt werden.
  • In einem hypothetischen wirtschaftlichen Vergleich über 40 Jahre schnitt das Pferd besser ab, der Schlüssel dazu ist die eigene Nachzucht der Zugpferde und der Verkauf von überschüssigen Tieren.. Ab .174 acre Fläche ist der Einsatz des Schleppers kostengünstiger, da die Arbeit mit Zugpferden mehr Lohnkosten verursacht.

  

 

 

Aktuelle Einsatzbereiche von Zugpferden

Der Einsatz von Zugpferden in der europäischen Landwirtschaft erlebte vor allem in den letzten 10 Jahren einen Aufwärtstrend, nachdem diese Wirtschaftsweise in den 1960er Jahren fast ausgestorben war. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Viele Menschen, die in der Landwirtschaft oder im Gartenbau arbeiten, sind aus verschiedensten Gründen unzufrieden mit der Schlepperarbeit. Die Lautstärke, die Vibrationen, der Geruch, das Arbeiten mit einer Maschine ohne andere Lebewesen wird als nicht angenehm empfunden, vor allem in einem industriellenUmfeld, das von Sinnesreizen sowieso übervoll ist.. Dagegen macht das fast archaische Arbeiten mit Zugpferden deutlich mehr Freude, viele Frauen und Männer, die schon lange in Ihrer beruflichen Welt mit Schleppern oder Einachsschleppern gearbeitet und einmal das Arbeiten mit dem Pferd ausprobieren, bemerken mit einem Lächeln, dass sie plötzlich das Singen der Vögel hören. Ebenso wird gerade von erfahrenen Gärtnerinnen und Gärtnern geschätzt, das die Arbeit mit dem Pflug, der Hacke oder der Egge vor dem Menschen im eigentlichen Gesichtsfeld stattfindet, das ständige Umdrehen auf dem Schleppersitz entfällt; wird etwas am Gerät justiert, braucht man nicht erst absteigen, weil man sich schon auf derselben Ebene befindet und sich in einer gesunden Weise bewegt. In der Umfrage einer Studentin unter Zugpferdeleuten gab kein Pferdehalter an, von Pferdearbeit Rückenschmerzen zu bekommen, der häufigsten Berufserkrankung Deutschlands. Auch verlangt das Pferd vom Menschen eine bestimmte Art von Konzentration, denn Stress und Aufregung können Pferde nicht verstehen und es kommt zu Mißverständnissen, die wir als Fehler bezeichnen, dagegen wird eine ruhige, bestimmte und klare Umgangsform mit dem Pferd schnell zu Harmonie und Freude bei der Arbeit führen. Hier wird auch deutlich, das Arbeiten mit dem Pferd echte Kommunikation erlebbar macht..Das ist einer der Gründe, warum in unserer Zivilisation wieder mehr Menschen sich der Arbeit mit dem Pferd zuwenden.

Neben diesen persönlichen Gründen sind sicherlich auch die ökologischen relevant. Der Schlepper wurde ab 1920 in die europäische Landwirtschaft zur Einsparung von Arbeitskraft eingeführt, wodurch er sich schnell ausbreitete, aber jetzt haben wir neue Fragen, die viele Menschen in und auch außerhalb der Landwirtschaft beschäftigen. Die Energieversorgung unseres Planeten ist dabei sicherlich die bekannteste, denn zurzeit werden steigende Heizenergiepreise und Treibstoffe für Autos von der Bevölkerung sorgenvoll wahrgenommen, zu Recht, denn die fossilen Brennstoffe neigen sich weltweit dem Ende zu. Noch sind Lebensmittel durch rohölverbrauchende Schlepper und Kunstdünger und eine effiziente aber energieaufwändige internationale Logistik preiswert, aber das kann sich schnell ändern, auch wenn dieser Punkt noch nicht in der öffentlichen Diskussion steht. Die Landwirtschaft sucht nach Alternativen ,Rapsöl, Energiemais u.a., im vorherigen Abschnitt wurde deutlich, dass es sich lohnt auch über den Einsatz von Pferden nachzudenken. Einzigartig unter allen "modernen" Zugkraftquellen für die Landwirtschaft, ist beim Pferd die"Schadstoffenfreiheit", dh. durch das Pferd entstehen nur wenig belastetende Emissionen, ein gutes Argument zum Schutz der Erdatmosphäre. Eine weiterer Fakt spricht für den Einsatz von Zugpferden , das Thema. Bodenverdichtung . Experten schätzen, das weltweit 80 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Fläche (Europa 30 Mio. Hektar) irreversibel durch Unterbodenverdichtungen geschädigt sind (HORN 2000), In den wissenschaftlichen Arbeiten wird deutlich, dass Pferde diese Schädigung nicht in dem Umfang vornehmen. In der Praxis bemerken vor allem Gärtnerinnen und Gärtner, denen es auf kleinen Flächen gelingt, ganz auf den Schlepper zu Gunsten des Pferdes zu verzichten, innerhalb weniger Jahre einen Ertrags- und Qualitätsanstieg der Ernteprodukte. Mit dem neuen Bundes-Bodenschutzgesetz hat der Boden einen ähnlichen Rechts- uns Schutzstatus wie Luft oder Wasser bekommen, Experten fordern eine Prüfung von Landmaschinen auf "Bodenverträglichkeit" (SCHRÖDER/SCHNEIDER 2004), diese Prüfung würden alle Pferdegeräte bestehen, wahrscheinlich viele von ihnen mit Prädikat "besonders wertvoll".

Weitere Beweggründe zum heutigen Pferdeeinsatz können wirtschaftlichen Aspekte sein. Ein beliebtes Einsatzgebiet von Pferden ist derzeit die biologische Gemüsegärtnerei, denn die Pflege von Hackkulturen wie Kartoffel, Möhre u.a. ist mit Pferden ähnlich effektiv wie der Einsatz von Schleppern, bei deutlich geringeren Investitionskosten bei Nutzung gebrauchter traditioneller Pferdetechnik (zB.. Vielfachgerät, Hacke, Eggen). In Kleinbetrieben bis 5 Hektar Gesamtfläche gibt es in Deutschland in den letzten Jahren erfolgreiche Beispiele von Betriebsneugründungen, die ausschließlich auf Pferdekraft setzen.. In größeren Betrieben werden Zugpferde für Teilbereiche eingesetzt und haben da ihren festen Platz.. Die Arbeit von KENDELL macht deutlich, das vor allem längerfristig Pferdearbeit gerade auf kleinen und mittleren Betrieben wirtschaftlich sein kann, die heutigen Betriebe machen deutlich, dass sie auch wirtschaftlich ist. Größere landwirtschaftliche Betriebe –konventionelle und biologische- stehen heute vor dem Problem des teurer werdenden wichtigsten Produktionsmittels: dem Diesel, der 2003 noch 80 €/Hektar kostete und 2005 schon bei 100 €/Hektar liegt (ÖKORING 2005), Tendenz steigend. Biodiesel ist dagegen noch um 5-10 Cent/l (Verbrauch je Hektar 100 Liter/Jahr) billiger, aber die Motoren verbrauchen mehrTreibstoff beim Betrieb mit Biodiesel. Sollten mehr Biodieselbetriebene Schlepper eingesetzt werden, wird er wahrscheinlich aufgrund großer Nachfrage teurer, schon jetzt gibt es Versorgungsengpässe. Der Ersatz von Diesel durch Rapsöl mit betriebseigener Mühle kann zu Motorschäden führen, da mit kaltgepresstem Öl nur schwankende Qualitäten zu erreichen sind. Die Kosten für eine Mühle liegen derzeit bei 30.000 bis 50.000 €, Motorumrüstungen kosten ca. 500 €/Zylinder, die doppelte Anzahl von Ölwechseln ist erforderlich, für ältere Schlepper ist die Umrüstung nicht empfehlenswert, da Ablagerungen im Kolbenraum sich lösen können (ÖKORING 2000)

Die genannten Gründe, die für die Pferdearbeit sprechen, haben mit dazu geführt, dass aktuell über 140 deutsche Land- und Gartenbau Voll- und Nebenerwerbsbetriebe Pferde einsetzen. Die Organisation Interessengemeinschaft Zugpferd e.V. (IGZ) hat über 1000 Mitglieder, ihr Arbeitskreis Landwirtschaft über 50. Das Interesse ist steigend, bei einer Veranstaltung zu Zugpferdearbeit im Sommer 2005 kamen über 18.000 Gäste.

 

Moderne landwirtschaftliche Geräte für Pferdezug

Nachdem in den 1960er Jahren die Landmaschinenhersteller die Produktion von Pferdegeräten einstellten, gibt es jetzt aufgrund der Nachfragekonzentration wieder neue weiterentwickelte Maschinen. Hergestellt wird weltweit mit einem Schwerpunkt an der amerikanischen Ostküste und Mitteleuropa (England, Frankreich, Deutschland, Schweiz).

Vorderwagen

Der Vorderwagen ist ein neuer Gerätetyp, der in den letzten 20 Jahren entwickelt wurde. Die Grundform ist ein einachsiger Wagen, teilweise gebremst, mit Sitz und Anhängemöglichkeit. In der erweiterten Form besitzt er eine boden- oder motorgetriebene Zapfwelle und eine Dreipunkthydraulik, damit können kleinere Schlepperanbaugeräte ohne Umbau mit Pferdekraft und Kraftstoff betrieben werden. In größeren Betrieben kann dadurch mit großen Arbeitsbreiten z.B. Heu gewendet werden, mit weniger Dieselverbrauch gegenüber dem Schlepper.

Pflug, Grubber, Egge

Einscharige- und mehrscharige Pflugmodelle werden in USA gefertigt.. An Zubehör ist das hydraulische Ausheben mittels bodengetriebener Hydraulik neu.

Der europäische Grubber mit Rädern wird nicht gefertigt, aber der amerikanische auf Kufen ist erhältlich.

Eggen werden ebenfalls in USA gefertigt, sowiein Polen und Italien.

Drillmaschine

Die ausschließliche Pferdedrillmaschine mit den typischen großen Rädern wird nicht mehr gefertigt. Es gab erfolgreiche Umbauten von Schlepperdrillmaschinen mit bis zu 3 Metern Arbeitsbreite.

Vielfachgerät

Eine Schweizer Schmiede fertigt auf Anforderung ein komplettes Vielfachgerät mit vielen Zubehörteilen.

In Deutschland gibt es das System Univecus, mit dem die Anbauteile des Fendt GT (sehr populärer kleiner Schlepper zur Gemüsepflege) mit Pferden benutzt werden können.

In Amerika werden Maishacken hergestellt, die sich zB. für die Pflege von Erdbeerkulturen o.ä. eignen.

Schleifen

Sie werden leider nicht hergestellt, Nachbau durch örtliche Schmiede leicht möglich.

Walzen

Für Mehrfachanspannung lassen sich Walzen für Schlepperzug adaptieren

Glattwalzen für Pferdezug werden in USA hergestellt, Cambridgewalzen nicht.

Mähmaschinen

In der Schweiz und in Deutschland werden Mähwerke mit Aufbaumotor gefertigt, Arbeitsbreiten bis 1,80 Meter. Bodengetriebene Geräte werden nicht hergestellt.

Heuwender

Es werden keine speziellen Wender für Pferdezug in Europa hergestellt, in USA gibt es Trommelwender mit Bodenantrieb, die sich eignen für den Betrieb mit Vorderwagen.

Schwader

In der Schweiz wird ein Kreiselschwader mit Bodenantrieb gebaut, Arbeitsbreite 3 Meter.

In Italien werden bodengetriebene klappbare Sternrechwender gebaut, die auch vom Vorderwagen gezogen werden können, Arbeitsbreite 6 Meter. In USA werden Trommelschwader hergestellt, ebenfalls mit Bodenantrieb.

Getreideernte

Es werden derzeit keine Geräte hergestellt.

Ackerwagen

Es werden keine Wagen speziell für Feldarbeit hergestellt.

In den USA gibt es fertige Wagenuntergestelle.

Miststreuer

In den USA wird eine breite Palette in verschiedenen Größen hergestellt.

Erntemaschinen für Wurzelfrüchte und Kartoffeln

Es werden derzeit keine Erntemaschinen hergestellt.

 

Werbestrategien von Betrieben mit Zugpferdeeinsatz

In den bisherigen Abschnitten wurde an verschiedenen Stellen deutlich, das vor allem in kleinen und mittleren Betrieben die Pferdearbeit sinnvoll sein kann. Eine gute Ergänzung ist der intensive Gemüseanbau, in dem das Pferd erfolgreich eingesetzt wird. Der wirtschaftliche Ertrag von Gemüse kann in einigen Regionen Europas durch die Direktvermarktung (also eigene Markstände, Lieferservice u.a.) höher sein als die Produktion für Großhändler, die große Chargen zu entsprechend niedrigerenPreisen abnehmen.

Direktvermarktung und der Einsatz von Zugpferden ergänzt sich ökologisch , denn die Produkte haben einen kurzen, mit wenig Energieaufwand verbundenen Weg bis zur/zum Verbraucher/in. Regionalvermarktende Betriebe haben damit einen höheren Bekanntheitsgrad durch Marktstände, Abolieferung u.a. Die Direktvermarktung ist eine Vermarktungsform, die viele Pferdebetriebe praktizieren.

Inwieweit die Zugpferde die Wirkung und den Ertrag der Direktvermarktung beeinflussen, wurde 2005 in einer Bachelor-Arbeit der Universität Berlin untersucht, Nicht alle Betriebe führten den Vermarktungserfolg auf Pferdearbeit zurück, bestätigten aber übereinstimmend eine Beeinflussung.Es ist etwas Seltenes geworden, Pferde auf dem Acker arbeiten zu sehen, und damit ist die Bekanntheit eines direktvermarktenden Betriebes hoch. Von großem Vorteil ist die Zusammenarbeit mit allen Medien (Zeitung/Zeitschriften,TV), die gerne über diese Arbeitsweise berichten. Einrichtungen wie Schulpraktika, Schulbauernhof sorgen für ständige Pressewirksamkeit und damit steht ein größeres Instrumentarium der Werbearbeit den Betrieben zur Verfügung, als mit alleiniger Schlepperarbeit.

Fazit: Ein direkter Einfluß der Pferdearbeit auf den Vermarktungserfolg ist schwer nachweisbar, der größere Teil geschieht durch Symphatiewerbung und über den "Hingucker" Pferd.

Wer sich in der Werbebranche auskennt, weiß wie schwer es ist Menschen zu bewegen eine Botschaft aufzunehmen, ein "Stopper" und "Hingucker" in dieser Qualität kostet gewöhnlich sehr viel Geld.

Wer Pferde hat, bietet oft noch andere Dienstleistungen an, die zum Betriebseinkommen beitragen, Kutschfahrten, Museumseinsätze, Holzrücken und Kurse zu Pferdearbeit sind dabei Möglichkeiten und können wiederum Werbewirksam genutzt werden.

 

Zukünftige Formen der Landbewirtschaftung

Wenn sich der bisherige Trend in der Politik und der Landwirtschaft fortsetzt, wird der klassische landw. Vollerwerbsbetrieb, geführt von einer Familie, bald der Vergangenheit angehören.

Wie ist diese Annahme begründet?

  1. Die Erträge aus der landw. Produktion sinken kontinuierlich
  2. Die EG ist bestrebt Subventionen zurückzufahren oder an immer härtere Bedingungen zu knüpfen.
  3. Die Verwaltung eines landw. Betriebes übersteigt oft die Fähigkeiten des Betriebsleiters.
  4. Die fachlichen Anforderungen werden immer spezieller, vorallem in Zusammenhang mit dem staatl.Kontrollwesen.
  5. Das Maschinenkapital ist ein immer größer werdender Posten, bei wenig Rendite.

 

Aus dieser Entwicklung lassen sich in groben Zügen drei Szenarien ableiten:

 

Szenario 1 : Industrielle Landwirtschaft = worst case

Industrielle Landwirtschaft wird entstehen, wenn der einzelne nichts tut.

Firmen, die bisher schon im Agrarsektor tätig waren, steigen aktiv in die Rolle der Bewirtschafter ein,( in den neuen Bundesländern bereits geschehen)

Düngemittel- und Pflanzenschutzmittelfirmen. engagieren sich in der Landwirtschaft und lassen durch Subunternehmer großlächig Landwirtschaft in "ihrem Sinne" betreiben.

Dasselbe gilt für Firmen , die sich mit grüner Gentechnik beschäftigen.

Durch international tätige Firmen, können Ländergesetze unterhöhlt werden und durch geschicktes Taktieren in Rechtsfragen laufen staatl. Kontrollen vermehrt ins Leere.

Die Versorgung der Bevölkerung ist dann nicht mehr erste Aufgabe der Landwirtschaft, sondern das erzielen eines hohen Gewinnes am Rohstoffmarktes, bzw. Energiemarktes.

Das kann die Situation entstehen lassen, die wir aus Afrika kennen, daß die Bevölkerung verhungert, während auf den Feldern Soja für den Export angebaut wird.

Bei uns kann das folgendermaßen aussehen: Bei günstigem Klima werden mehrere Mio. Hektar mit nachwachsenden Rohstoffen angebaut und an Staaten verkauft, die eine größere Wirtschaftskraft haben und entsprechende Preise bezahlen. Landwirtschaft zu Nahrungsmittelproduktion reduziert sich dann auf uninteressante Standorte und versorgt die eigene Bevölkerung mehr schlecht als recht.

Pferde dienen weiterhin dem Vergnügen und haben nur Platz auf "mageren" Standorten, der Einsatz von Zugpferden bleibt marginal.

 

 

 

Szenario 2 : soziale staatlich organisierte Landwirtschaft = science fiction?

Politik und Gesellschaft erkennen die Lage in der sich die Landwirtschaft, bzw. das ganze Ökosystem befindet und entschließen sich positiv regulierend einzugreifen.

Um auf den Lösungsweg zu einer ökologisch orientierten Gesellschaft zu kommen, kann die soziale Frage nicht mehr ausgeklammert werden und eine Entwicklung zur leistungsunabhängigen Versorgung aller Menschen wird eingeleitet.

Eine Grundversorgung ermöglicht die Umbildung der Gesellschaft und des Bewußtseins und öffnet Menschen gegenüber den Bedürfnissen andere Wesen und Lebensräume.

Durch Bildung aller Menschen in den ökologischen Fragen, entsteht ein allgemeines Bewußtsein für die aktuellen Bedürfnisse und gesellschaftliches Engagement auf allen Ebenen führt zu einer umweltverträglichen Landwirtschaft.

Eingebettet darin wird die Energieversorgung der ganzen Gesellschaft neu überdacht und neben allen anderen umweltverträglichen Energieformen wird das Zugpferd einen angemessenen Platz einnehmen. Begleitet wird die Entwicklung durch eine intensive Ausbildung und Hinführung der interessierten Menschen an das Wesenhafte der Tierwelt um den Zugtieren gerecht werden zu können.

Der aufgezeigte Weg ist keine Utopie, sondern eine Notwendigkeit, benötigt aber sehr viel Zeit und geschulte Wegbereiter, bis die Masse der Gesellschaft in ihrer Willensbildung selbstständig weiter zu gehen in der Lage ist.

 

Szenario 3 : Keimzellen für eine heilende Landwirtschaft = Nahziel

Landwirtschaft wird als gemeinschaftliche Aufgabe einer Gruppe von Menschen betrachtet, mit dem Ziel heil machend einzuwirken auf das freiwillig übernommene Stück Land und dabei Nahrungsmittel und Rohstoffe für die ganze Gruppe zu gewinnen.

Landwirtschaft kann dann verstanden werden als ein eigener Organismus, dessen Vitalität gemehrt werden kann und dadurch Strahlkraft bekommt über die Grenzen des Betriebes hinaus. Die wirtschaftliche Situation kann durch Dienstleistungen an der Gesellschaft entspannt werden, wenn einzelne Menschen aus der Gruppe einer anderen Tätigkeit nachgehen. Unter den derzeitigen Bedingungen reicht der Verkauf von landw. Produkten selten aus, um das Ziel einer heilenden Landwirtschaft zu erreichen.

Die Arbeit mit Pferden, wenn sie richtig verstanden und ausgeübt wird, trägt wesentlich zu einer Gesundung des Feldes bzw. des ganzen landw. Organismus bei.

Der Unterschied zu Szenario 2 ist der, daß der Impuls so zu arbeiten von einzelnen Menschen in ihrer Individualität ausgeht und damit die größte Strahlkraft erreicht.

Szenario 3 ist die Form, die im Moment weltweit am meisten verwirklicht wird und vielleicht die besten Überlebenschancen hat unter den gezeigten Modellen.

 

  

 

Zusammenfassung:

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, nach der Überlebenschance des Arbeitspferdes im 21.Jahrhunderts zu Fragen.

Dazu können folgende Antworten gegeben werden:

  • Von Seiten der technischen Durchführbarkeit gibt es keine Probleme, jede gewünschte Lösung ist in kurzer Zeit zu realisieren.Die existierenden Betriebe beweisen, daß auch anspruchsvolle Aufgaben gelöst werden können.
  • Die ökologische Überlegenheit des Zugpferdeeinsatzes ist klar erkennbar, es liegen jetzt bereits genügend wissenschaftliche Arbeiten dazu vor.
  • Die Wirtschaftlichkeit ist verknüpft mit den Arbeitsplatzkosten und den Kosten für Treibstoffe. Es läßt sich mit verschiedenen Rechenmodellen zeigen, ab wann der Einsatz der Zugpferde rentabel wird. Jeder landw. Betrieb kann für sich errechnen welche Form des Energieeinsatzes für ihn kostengünstiger ist.
  • Die Frage nach geeigneten Zugpferden ist beantwortet, es gibt für jeden Einsatzschwerpunkt eine Pferderasse.
  • Wo kann ich lernen mit Pferden zu arbeiten?

Es gibt Betriebe, die eine Ausbildung anbieten, zB. im Rahmen der freien Ausbildung der BGN (Bäuerliche Gesellschaft Norddeutschlands). Die Inhalte der Ausbildung werden derzeit überarbeitet und zu einem System zusammengefasst.

  • Überleben der Landwirtschaft: derzeit kann niemand sagen, welches Szenario die größte Wahrscheinlichkeit hat, weltweit gesehen sind alle Entwicklungen möglich und es gibt bereits genügend funktionierende Modelle für eine heilende Landwirtschaft.
  • Wer vor hat mit Pferden zu arbeiten, wird zeitweise unkonventionelle Wege gehen müssen –So wie Zeitarbeit zunimmt, Subunternehmer sich etablieren ist es auch mit Pferden möglich diesen Weg einzuschlagen.
  • Warum nicht Dienstleistung anbieten für Kommunen, Schnee räumen , Kehrmaschine fahren, Laub entfernen usw. Leistungsfähige Geräte lassen sich entwickeln, allein der Gedanke Energie aus fossilen Quellen zu verwenden um Schmutz beiseite zu schaffen ist derart skurril, daß es an der Zeit ist dafür andere Energieformen einzusetzen.
  • Was für Kommunen gilt ist bei Firmen und Privatleuten nicht anders.
  • Landwirtschaft: warum muß ein Bauer, der einen Hof bewirtschaftet alle Arbeiten selbst erledigen – der Gedanke liegt dem Maschinenring zugrunde. Warum soll das mit Pferden nicht genauso gehen, warum nicht leistungsfähige Vielanspannung anbieten für bestimmte Arbeitsgänge. Wer sagt, dass es dafür keinen Markt gibt, dass es wirtschaftlich nicht geht?

 

Zum Abschluß möchte ich meinen Dank sagen an alle Menschen die mit Ideen, Fakten und Durchführung des Beschriebenen in selbstloser Weise einer neuen Landwirtschaftsform zum Durchbruch verhelfen.

 

 

Anhang

Literatur

Benecke, N. (1994): Der Mensch und seine Haustiere – Stuttgart : Theiss, 470 S.

Schweigmann, P. (1955/1993): Die Landmaschinen und ihre Instandsetzung – Limburg/Lahn : Bulldog Press, 740 S.

Wedemeyer, M. v.; Bonhoeffer, D. (1997): Brautbriefe Zelle 92 – München : Beck, S. 219 ff.

Bodenschutzfachstelle des Kantons Bern (1997): Bodenbeobachtungen im Kanton Bern – Rütti, Zollikofen

Im Abschnitt "Die Gegenwart" sind die Arbeiten einzeln erläutert.

Horn, R.; Akker van Den, J.J.H.; Arvidsson, J. (2000): Subsoil compaction: distribution, processes and consequences – Reiskirchen : Advances in GeoEcolgy, 32 S.

Untiedt, H.; Alvermann, H. (2005): Einsatz von Rapsöl und Biodiesel in Schleppern: Rundbrief 11/2005 – Versuchs- und Beratungsring Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein.e.V., S.3

Schröder, D.; Schneider, R. (2004): Beurteilung und Vermeidung von anthropogenen Boden(schad)verdichtungen: Berichte über Landwirtschaft, Bd. 82, H2, S. 173 – 187

 

Websites zum Thema

www.ig-zugpferde.de: Die Homepage der Interessengemeinschaft Zugpferde. Hier sind viele Links zu verschiedenen Themen.

www.buntes-gemuese.de

Die Homepage von Bernd Scholl, mit dem Coachingprojekt Arbeitspferde, Anleitungen für Gemüsebau mit Pferden und Archiv für Bedienungsanleitungen von Pferdegeräten.

 

Coachingprojekt Arbeitspferde

Gemeinsames Projekt von Klaus Strüber und Bernd Scholl mit der Zielsetzung, Hilfe anzubieten für Menschen, die in der Zusammenarbeit mit ihrem Pferd mehr erreichen wollen.

Im Coachingprojekt wollen wir helfen die richtigen Maschinen und Geräte für Ihr Vorhaben zu finden oder mit Ihnen instand zu setzen. Nutzen Sie unsere Erfahrung zu verschiedensten Bereichen des Landbaus.

Mehr Informationen unter www.Buntes-Gemuese.de

Autor Bernd Scholl

Landwirt und Gärtner- Ideenfinder für das Projekt Humussphäre

Schwerpunkt meiner bisherigen Arbeit war der Aufbau eines direkt vermarktenden Gärtnerhofes in Süddeutschland mit Hofladen und Wochenmarktstand.

Einige Jahre viehlos wirtschaftend und intensiver Einsatz moderner schleppergezogener Ackerbaugeräte haben mich in kurzer Zeit mit den Fragen der Humuswirtschaft konfrontiert und von Natur aus neugierig, habe ich im eigenen Betrieb Gelegenheit gehabt, viele Erscheinungsformen von gesundem und kranken Boden zu studieren.

Seit 10 Jahren befasse ich mich mit bodenschonender Landbewirtschaftung, wobei mir der Einsatz von Arbeitspferden besonders am Herzen liegt.

Weitere Schwerpunkte: Entwicklung von einfachen Arbeitsgeräten, Seminare zu Bodenbearbeitung mit Pferden und der gesamten Feldbestellung.

 

Co-Autor Klaus Strüber

Geboren 1969, nach Realschule Maschinenbauerlehre, Zivildienst und Ausbau einer alten Scheune zweite Berufsausbildung zum Landwirt, Schwerpunkt Zugpferde in Deutschland und Norwegen, anschließend Projektleiter "Arbeitspferde im biologisch – dynamischen Gemüsebau" (Einführung der Pferdearbeit in einer Gemüsegärtnerei in Norddeutschland), seit 2005 mit Frau und Kind Betriebsleiter eines 24 Hektar großen Gemischtbetriebes in Schleswig – Holstein, Projektleiter "Humussphäre" (Projekt zu energiesparenden und humusaufbauenden Methoden in der Landwirtschaft), Seminare, Vorträge und Veröffentlichungen zum Thema Zugpferde.

 

 

 

 

 

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